Kurz nach fünf am Nachmittag, 28°C im Schatten. Die Halle ist etwa fünfzig Meter lang, gute zwanzig breit. Drinnen stehen mehr als 100 Menschen in langen Schlangen an. Die Außenstelle des “Department of Motor Vehicles” (DMV), eine Art Kraftfahrzeugzulassungsstelle, strahlt steuerfinanzierte Heimeligkeit aus. “No pencils provided” - an der Wand stehen Automaten, da kann man für 25 Cent einen Kugelschreiber kaufen.
Im Internet bietet das DMV ausführliche Informationen. Im Abschnitt über ausländische Führerscheine sticht ein Satz ins Auge: Kanadische, französische und deutsche Führerscheine werden behandelt wie Führerscheine aus anderen US-Bundesstaaten. Einfach umschreiben lassen und fertig. Ist Deutschland der 51. Bundesstaat der Vereinigten Staaten? Auf der Straße offenbar schon, wenigstens in Connecticut. Wer weiß, was hundert Meilen westlich oder nördlich gilt.
Am Ende der Schlange angekommen wird klar, dass EU-Führerschein, internationaler Führerschein, Reisepass, Visum und Mietvertrag nicht reichen. “Your social security number, please?” - Nee, oder?! Was ist mit dem Schreiben, das erklärt, weshalb es noch keine Sozialversicherungsnummer gibt? Das von einer anderen Stelle für diese Behörde ausgestellt wird? Das Formular hat der Mitarbeiter leider noch nie gesehen. Sorry, nächste Woche gerne wieder. Doch die Wartezeit hat sich gelohnt: Nach der Lektüre des “Connecticut Driver’s Manual”, die Voraussetzung für den Führerscheintest ist, wird manches Erlebnis auf der Straße verständlich.
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