Morgens um 6.00 Uhr geht es los. In regelmäßigen Abständen unterbricht WNPR das laufende Radioprogramm. Die beiden Moderatoren rufen freundlich dazu auf, eine kostenlose Hotline anzurufen und Geld zu spenden. Jede Stunde 1.000 Spendendollar, das ist das ehrgeizige Ziel. Wird es erreicht, verdoppeln gemeinnützige Organisationen die Spende.
Hintergrund der Aktion ist nicht die Flut in Iowa, ausnahmsweise geht es auch nicht darum, die Truppen im Irak zu unterstützen. Es geht ganz egoistisch um WNPR selbst. Der Sender gehört zum National Public Radio. In den ganzen USA verbreiten lokale Radiostationen ein Gemisch aus internationalen, nationalen, regionalen und lokalen Nachrichten. Hier wird differenziert über Guantanamo Bay, internationale Politik und den anstehenden Präsidentschaftswahlkampf diskutiert. Das Programm wird von Hörern finanziert, die freiwillig Mitglied bei ihrer Station werden und dafür mindestens 40 Dollar im Jahr bezahlen.
Zum 30. Juni ist Bilanztag bei WNPR und bis dahin müssen noch 276.000 Dollar zusammenkommen, sonst werden Sendungen gestrichen, so die eindringliche Warnung der Moderatoren. Dazwischen auch immer wieder der Hinweis, entgegen hartnäckiger Legenden erhalte das National Public Radio kaum Steuergelder. Die Aufrufe zeigen Wirkung: Von 6.00 bis 9.00 Uhr kommen 1.000 Dollar pro Stunde zusammen. Am Abend beträgt das Minus schon weniger als 250.000 Dollar. Sollte die taz sich einmal einen Radiosender zulegen, hier ist das Geschäftsmodell.
0 responses so far ↓
There are no comments yet...Kick things off by filling out the form below.
Leave a Comment