George Carlin ist, das ist die schlechte Nachricht, gestorben. Er verdrängte am vergangenen Sonntag die Tim-Russert-Begräbnis-Berichterstattung im Frühstücksfernsehen. Amerikanische Medienunternehmen haben so viele Fernsehsender, das ist die gute Nachricht, dass zum Beispiel HBO auf einem Kanal seit Carlins Tod allabendlich Carlin zeigt.
Carlin war Standup-Comedian. Aus der Masse der wiederholten Auftritte, Carlin stets in schwarz auf leerer Bühne, ragt einer heraus: Carlin über “Soft Language”, die weichgespülte, politisch korrekte Sprache. Carlin spart sich sämtliche Korrektheit, weshalb er auch nur abends oder im Pay-TV ohne störende Piepser gezeigt werden darf.
Nach ein paar Stunden Carlin wird klar, wo Michael Mittermeier seine Zeit in den USA verbracht haben dürfte. Seine sieben Minuten Sprachkritik sind inspirierend, seine Stilkritik an Amerika kommt ganz unamerikanisch daher, seine Mittel sind einfach und gelten als veraltet: Er hört genau zu, nimmt Dinge wörtlich und zieht seine Schlüsse. Hörte, nahm, zog. Zusehen ist ein Genuss.
1 response so far ↓
1 paul // Jun 28, 2008 at 15:20
schön, dass du dich so unterhällst, aber solltest du nich arbeiten?
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