Aus der Neuen Welt

New Haven’s Late Edition.

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Motorcycles

Juni 30th, 2008 · 2 Comments · Leben in den USA

Am ersten Tag in den USA, auf der Fahrt von New York nach New Haven, überholt rechts ein Motorradfahrer, schneidet in die Spur, schlängelt sich zwischen den Autos hindurch. Riskanter Fahrstil, doch was in Erinnerung bleibt, ist vor allem der fehlende Helm. In den kommenden Tagen fallen immer wieder helmlose Motorradfahrer auf.

Ein Blick in die Verkehrsvorschriften für Connecticut klärt: Wer das Motorradfahren noch lernt, der muss einen Helm tragen, mit bestandener Führerscheinprüfung entfällt diese Pflicht. In den USA lernt man das Motorradfahren im Straßenverkehr, mit einer Lizenz zum Dilettieren. Was noch auffällt, sind die Todesanzeigen in New Havens Tageszeitung: Regelmäßig werden vor allem junge Männer betrauert, die beim Motorradfahren tödlich verunglückt sind. Und im Lokalteil erscheint wöchentlich eine Geschichte über tödliche Motorradunfälle.

Weil in Amerika auch Motorradfahrer nicht mit 180 Stundenkilometern unterwegs sind, schockieren vor allem die Geschwindigkeitsangaben in den Unfallnotizen: Häufig sind die Fahrer im Stadtverkehr unterwegs, fahren höchstens 40 Stundenkilometer. Nahezu immer folgt der Hinweis, der Fahrer habe keinen Helm getragen. Der Helm muss auch bei 40 Stundenkilometern das Leben nicht retten, er erhöht allerdings die Chancen beträchtlich. Offenbar wagt niemand, an der freien Entscheidung der Fahrer zu rütteln, was ihnen ihr Kopf wert ist.

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2 responses so far ↓

  • 1 fk // Jul 1, 2008 at 04:19

    Tja, wenn die Coolness einer vernünftigen Autonomie im Wege steht, ist die Heteronomie eben doch vorzuziehen. Das ist dann das Ende der Aufklärung - und der goldenen Zeiten für Organspenden.

  • 2 Gabriel // Jul 1, 2008 at 04:46

    Bin fast überrascht, dass die Nachteile des helmlosen Fahrens so offen dargestellt werden. Andererseits ist das ziemlich zynisch. Aber vermutlich sind die bikers rights auch im zweiten Verfassungszusatz geregelt und Amerikas Biker haben eine wirkungsvolle Lobby.

    Jedenfalls hat’s schon seinen Reiz, den spießigen Helm wegzulassen und mal die echte Freiheit im Gesicht zu spüren - einschließlich des Einschlags von Insekten bei 120 im rechten Auge. Und angesichts der mäßigen Sozialversicherung in den Staaten würd’s ja eh nichts bringen, wenn mehr überleben würden. Du weißt ja: only the good die young…

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