Bei Best Buy verkaufen sie Geschirrspülmaschinen. Wozu? Geschirr irritiert Amerikaner. Sie können nicht damit umgehen. Womit sie sich viel besser auskennen, das ist Styropor. Wer Franzosen, die Ende der neunziger Jahre ihre Hamburger noch aus Styroporpackungen aßen, für rückständig hielt, der kommt 2008 in den USA auf seine Kosten. Styropor ist hier nicht Alltagsgegenstand, das Zeug ist Fetisch.
Bei Dunkin’ Donuts gießen sie Kaffee darin aus, das mag noch Sinn ergeben, der soll heiß bleiben. In verschiedenen Imbissen dagegen gibt es alles auf Styroportellern, ob warm oder kalt. Kantinen, die kein Styropor verwenden, haben eine Vielzahl an Papp- und Plastiktellern, -bechern und -tabletts im Angebot. Nur Gläser, Steingutbecher, Keramikteller oder Metallbesteck sucht man vergeblich.
Ihren Fetisch feiern die Amerikaner einmal täglich, um die Mittagszeit. Bauarbeiter, Angestellte und Studenten sitzen auf den Gehwegen und an Parkbänken. Im Abstand weniger Meter stehen große Mülleimer, die teilweise mehrfach während der Mittagszeit geleert werden. Ein Grund für all die Einmalware leuchtet natürlich ein: Nach dem Essen ist alles entsorgt, alles sauber. Mit dreckigen Geschirrbergen muss sich hier kaum jemand herumschlagen.
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