Akzente ziehen Amerikaner magisch an. Ein schönes Beispiel ist das nahegelegene Café von Brioche Dorée. Gleich zwei Akzente in einem Namen untergebracht, da muss man einfach hinein. Drinnen geht es mit frankophonen Anglizismen weiter: Den Kaffee gibt es entweder durchsichtig, wie hierzulande üblich, oder als “French Roast”. Die Hinweise “bold” und “dark” sind als Warnung zu verstehen. Der gemeine Gast verträgt diese Bohne, die einer durchschnittlichen deutschen Röstung nahekommt, nur mit ordentlich Half-And-Half und Zucker. Half-And-Half ist die amerikanische Version von Milch im Kaffee. Weil einfache Milch nicht reicht, nimmt man hier lieber diese Mischung aus halb Milch und halb Sahne.
Gibt es keine Akzente zum Kaffee, muss es wenigstens europäisch klingen. Cappuccino ist ein gutes Beispiel - also eine Mischung aus Kakao und süßem Milchkaffee. Oder der Caffè Latte: Halb Kaffee, halb Half-And-Half. Natürlich gibt es Oasen der Kaffeekultur. Starbucks ist eine davon. Man kann vom Kaffeekaufhaus halten, was man will, zwei Dinge sind wahr: Es gibt guten Espresso und Dank des hauseigenen Plattenlabels eine noch bessere Musikauswahl.
Starbucks hat außerdem eine europäische Kultur nach Amerika gebracht, die sich mehr und mehr ausbreitet: Das Im-Café-Sitzen. Hier ist es üblich, dem Gast nach dem letzten Schluck die Rechnung auf den Tisch zu legen, was durchaus als Aufforderung verstanden werden darf, Platz für den nächsten Gast zu machen. Nicht so bei Starbucks. Stundenlanges Sitzenbleiben, Internetsurfen und Zeitunglesen ist Teil des Geschäftskonzepts, das von vielen Cafés kopiert wird. Nicht so bei Brioche Dorée. Dabei ist das sogar eine französische Kette…
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