Aus der Neuen Welt

New Haven’s Late Edition.

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Cartoons

Juli 15th, 2008 · 2 Comments · Medien, Politik

Deutsche Zeitungen sind eine ernste Angelegenheit. Okay, es gibt eine Ausnahme. Die FAZ druckt gelegentlich Greser & Lenz auf Seite Eins. Aber der Rest ist humorfrei. Beiträge mit einem Augenzwinkern muss man entweder bei hungerleidenden Berliner Wahrheit-Redakteuren suchen oder in der Titanic. Solange sie noch nicht auf dem Index steht.

In den USA gibt es gelegentlich auch Probleme mit dem Humor. Der New Yorker hat gerade damit zu kämpfen. Grundsätzlich ist dieses Blatt verdächtig für Amerikaner, weil es liberale Meinungen vertritt. George Clooney hat einmal von sich gesagt, er sei ein Liberaler, und das haben nicht wenige seiner Mitbürger als Kampfansage verstanden. Der aktuelle Titel des New Yorker zeigt Barack und Michelle Obama vor einem Kaminfeuer. Das würde als patriotisch durchgehen, wäre Obama nicht als Muslim karikiert, seine Frau mit einer Kalaschnikow über der Schulter dargestellt und hinge über dem Kamin kein Portrait Osama bin Ladens. Im Fernsehen wird am heftigsten diskutiert, dass im Kamin auch noch die amerikanische Flagge verbrennt. Obama und die meisten anderen verfügbaren Politiker haben bereits bezeugt, wie wenig gelungen sie die Karikatur des New Yorker finden. Inhaltlich geht es im Blatt übrigens um die Wirkung der regelmäßigen Schmähungen Obamas als vermeintlichem Wegbereiter des Terrorismus durch Amerikas religiöse Rechte.

Insgesamt beweisen amerikanische Zeitungen aber deutlich mehr Witz als deutsche Blätter. Nicht allein die New York Post mit ihrem All-Time-Favourite “Headless Body in Topless Bar” auf Seite Eins. Jede anständige amerikanische Zeitung füllt werktags eine Seite, sonntags gar mehrere Seiten mit den beliebtesten Comicstrips des Landes. Wochentags schwarzweiß, sonntags auch in Farbe. So kann man die seriöse New York Times lesen und muss auf Hägar, Dilbert und die Peanuts nicht verzichten.

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2 responses so far ↓

  • 1 C. C. // Jul 17, 2008 at 07:49

    Hui, mit der Aussage wäre ich vorsichtig… der gemeine “liberal” Amerikaner wäre in Deutschland Anhänger von Jockel F. und nicht von Guido W.–das sind dann die Libertarians.

  • 2 SB // Jul 17, 2008 at 08:00

    Nicht nur diejenigen, die Deinen Humor kennen (und nicht alle er-kennen ihn) , könnten hier so etwas wie ein “Lob auf die amerikanischen Zeitungen” lesen; noch dazu im Vergleich zu unseren.

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