In deutschen Supermärkten ist mir nie aufgefallen, wie sehr bestimmte Marken das Gefühl auslösen können, zuhause zu sein. Haribo oder Kinder-Schokolade zum Beispiel. Je länger man sich im Ausland aufhält, desto intensiver wird das Gefühl, nicht daheim zu sein; das Phänomen ist bekannt. Und es mag banal erscheinen, wenn man gute 6.500 Kilometer weit weg ist. Was aber vor allem schwindet, das sind Geruchs- und Geschmackserinnerungen. Und im Gegensatz zu Photos können Düfte nach wie vor nicht über den Atlantik transportiert werden.
Glücklicherweise gibt es in New Haven zwei spanischsprachige Einwanderer, die Abhilfe schaffen. Sie stehen hinter der Theke von “Gourmet Heaven” dem Paradies aller Kurzzeitbürger der Stadt. Das Angebot startet an der Tür mit - eben - Kinder-Schokolade und Haribo, in den Regalen stapeln sich Leckereien aus den unterschiedlichsten, vor allem europäischen Ländern.
Natürlich hat die Sache einen Haken. Mit Preisschildern etwa halten sich die Betreiber der europäischen Oase vornehm zurück. Sie können sich ausrechnen, dass kaum jemand zu den Goldbären greifen würde, wenn er vorher wüsste, was sie für die Importware verlangen. Es gibt auch günstige Alternativen. In jedem Supermarkt findet man im Süßwarenregal ebenfalls “Haribo Gold-Bears”. Die Geschmacksprobe enttäuscht allerdings: Hier wird gepanscht. Die amerikanische Version enthält nicht allein furchterregende Farbstoffe, sondern wurde auch an die Kaugewohnheiten der Einheimischen angepasst, für die Goldbären offenbar matschig sein müssen. Darauf also basiert das Geschäftsmodell von Gourmet Heaven.
1 response so far ↓
1 Litsche // Feb 5, 2009 at 07:29
Haribo fait bon la vie pour les grands et les petits
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