Im Irak und in Afghanistan ist Krieg, und auch wenn diese Kriege große Teile der Welt betreffen, sind die Amerikaner besonders betroffen, weil ihre Jugendlichen dort sterben. Mehr als 4.000 US-Soldaten sind schon tot - von ungezählten Irakern und Afghanen ganz zu schweigen - und die New York Times stellt die berechtigte Frage: Wieso sehen wir eigentlich nichts davon? “4.000 U.S. Deaths, and a Handful of Images” lautete die Titelschlagzeile am vergangenen Samstag.
Berichtet wird unter anderem über den Phtographen Zoriah Miller, der als so genannter Eingebetteter Journalist gemeinsam mit US-Marines im Irak unterwegs war, und Photos von toten GIs auf seiner Homepage gezeigt hat. Die Marines haben ihn daraufhin rausgeschmissen, er darf die Truppe nicht mehr weiter begleiten, und der zuständige Kommandeur für die Marines im Irak will gleich dafür sorgen, dass der Journalist die gesamte US-Armee nicht mehr photografierend begleiten darf. Ob ihm das gelingt, ist noch nicht klar, allein der Versuch spricht Bände.
In Amerika sind ungute Bilder von toten, entstellten Amerikanern in Vietnam in Erinnerung. Nicht nur die gibt es nicht aus dem Irak oder Afghanistan, auch die viertausend Zinksärge, in denen die Soldaten nach Hause gekommen sind, hat kaum jemand gesehen. Offensichtlich gelingt es, die negativen Bilder des Krieges nicht öffentlich werden zu lassen. So gut, dass die Times bange fragt, warum sie bei ihrer Recherche nur ein halbes Dutzend Photos toter Soldaten aus dem aktuellen Irakkrieg auftreiben konnte. Offiziell ist das Veröffentlichen solcher Bilder gar nicht verboten, wenn man als Eingebetteter Journalist mit der US-Armee unterwegs ist. Wer es allerdings wagt, das zeigen die wenigen Beispiele, die es gibt, war die längste Zeit mit den US-Truppen im Irak unterwegs.
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