Amerika steht kurz vor dem Schulanfang. Ob in Elementary School, Middle School, High School, College oder University, spätestens Mitte September geht es los. An vielen Schulen werden die Bauzäune entfernt, die noch von den sommerlichen Renovierungsarbeiten zeugen. Am auffälligsten mit den Hufen scharren allerdings nicht Schüler oder Bildungseinrichtungen, den meisten Lärm macht der Einzelhandel.
Bereits im Juni hingen die ersten “Back to School“-Plakate in der Mall, da hatten die Sommerferien gerade angefangen. Im Fernsehen wurden “Pre-Back-to-School”-Spots geschaltet. Mal davon abgesehen, dass man in den USA ganzjährig durch einen einzigen großen Schlussverkauf taumelt, ist das Back-to-School-Halbjahr nach Weihnachten der Höhepunkt des Werbeterrors. Ziel aller Einzelhändler ist es, den amerikanischen Schüler jeden Sommer komplett neu einzukleiden, mit Heften in den Farben der aktuellen Kinofilme zu versorgen und ihm abschließend das aktuelle Modell von Apples iPod zu verkaufen.
Der Blick auf die Straße gibt der Werbestrategie Recht: New Havens Innenstadt füllt sich - drei Universitäten bei 124.000 Einwohnern sei Dank - zunehmend mit Abercrombie-&-Fitch-Teenagern. Den iPod im Ohr und die Laptoptasche über die Schulter gehängt erkunden sie Starbucks-Filialen und die örtliche Barnes-&-Noble-Buchhandlung. Wenn in der ersten Septemberwoche das akademische Jahr an der Yale University beginnt, dann sind auch die im Sommer verwaisten “Dorms” mitten in der Innenstadt wieder belebt. Es werden alle da sein, rechtzeitig zum Beginn des Post-Back-to-School-Sales.
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