Der Grund, weshalb das Fahren auf amerikanischen Interstates gleichzeitig entspannter und gefährlicher ist, als auf deutschen Autobahnen, ist recht einfach: Es ist viel spannender, aus dem Fenster zu gucken, als auf den Verkehr zu achten. Zugegeben, die Angewohnheit der Amerikaner, während der Fahrt zu essen, trinken, telefonieren, Zeitung zu lesen und DVDs anzusehen trägt auch zum erhöhten Risiko bei.
Am spannendsten sind die Überholmanöver wildgewordener 60-Tonner auf der mittleren Spur. Gewöhnlich fahren Amerikaner in der mittleren Spur am langsamsten und lassen sich rechts oder links überholen. Die Mittelspur ist aber auch bei den LKWs die beliebteste. Und wenn ein solches Ungetüm von hinten anrauscht, empfiehlt es sich, Platz zu machen. Tut man es nicht, hat der Fahrer kein Problem damit, in wilden Schwenkmanövern in kleinen Lücken zu überholen. Ein einmaliges Erlebnis.
Kurios wirken die beliebten RVs, so genannte Recreational Vehicles, überdimensionale Wohnwagen, die etwa die Grundfläche einer Zweizimmerwohnung haben. Viele dieser mobilen Ferienwohnungen ziehen das Familienauto hinter sich her, um ein Problem am Ferienort zu lösen: Der Wohnwagen passt nicht durch den Drive-Through. Und so zieht dann das Recreational Vehicle bei sechzig Meilen den F-150 hinter sich her - es gibt ja an jeder Ausfahrt eine Tankstelle.
2 responses so far ↓
1 notsmart // Sep 23, 2008 at 11:16
Tja, savoir vivre auf amerikanisch. Du kommst doch auch mit Deinem Trolley vom Flughafen und machst bei jedem Donutladen Pause… Bedenklich wird es sowieso erst, wenn auch die Holländer damit anfangen, ihre Autos an ihre Hausboote anzuhängen, oder so.
2 Benjamin // Okt 6, 2008 at 15:58
Den Deutschen Wahnsinn beschreibt jemand sehr schön auf http://nothingforungood.com/.
Die Pendlerpauschale als Stausubvention! Beckstein rules!
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