Zum Shea Stadium gelangt man recht einfach: An den Twin White Tanks vorbei, auf 85°-Kurs entlang des Long Island Expressway und dann eine scharfe Linkskurve über dem Flushing Meadow Park, das Stadion liegt unübersehbar zur Linken. Anschließend landet man auf Landebahn 31 des New Yorker La Gaurdia-Flughafens, dort warten die Taxen. Wer nicht mit dem Airbus ankommt, sondern unten im Stadion sitzt, der sieht und hört die startenden Maschinen im steilen Steigflug über das Stadion donnern.
Auf dem Spielfeld stehen sich die New York Mets und die Chicago Cubs gegenüber. Im dritten Inning hat es zu nieseln begonnen, kurz vor Spielschluss ist daraus ein ordentlicher Herbstregen geworden. Für die Mets geht es um den Einzug in die Playoffs. Gerade haben die New Yorker einen 6-3 Rückstand aufgeholt, es steht 6-6 und die nächsten Sekunden entscheiden darüber, ob sie noch eine Chance haben. Es soll Menschen geben, die behaupten, Baseball sei die langweiligste Sportart der Welt - heute nicht.
Gleich neben dem Shea Stadium, direkt hinter der Anzeigetafel, steht das neu gebaute Citi Field. Die Leuchtreklame hängt bereits, ab der nächsten Saison spielen die Mets nebenan. Vor einer Woche erst haben die New York Yankees zum letzten Mal in ihrem alten Stadion in der Bronx gespielt, es ist Abschiedssaison. Die New York Times nimmt es heute zum Anlass, das Shea Stadium aus Sicht der Piloten zu würdigen, die regelmäßig La Guardia anfliegen. Der Flughafen ist einer der wenigen der Welt, auf dem sich Linienpiloten beim Landeanflug nicht nur von Funksignalen leiten lassen, sondern bei gutem Wetter tatsächlich zunächst dem Highway folgen, um am Shea Stadium hart links abzubiegen. Noch ist allerdings nicht klar, ob die Mets bereits am Sonntag ihr letztes Spiel “at Shea” spielen - gegen die Cubs haben sie am Ende mit 7-6 knapp gewonnen.
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