Aus der Neuen Welt

New Haven’s Late Edition.

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Wirtschaft

Oktober 8th, 2008 · No Comments · Medien, Politik

New York Times, Seite A6; International: Die Europäische Disunion. Der Berliner Korrespondent beschreibt, wie Europa zunächst gar nicht auf den Untergang Lower Manhattans reagiert, wie Irland vorprescht, der Kontinent von Deutschland zunächst gebremst wird, bevor schließlich in Brüssel ein halbherziges Statement der Finanzminister verabschiedet wird. Nicholas Kulish behauptet gar nicht, dass die Vereinigten Staaten in der Krise geschlossener gehandelt hätten. Doch immerhin besitzen die USA neben einer Zentralbank weitere zentrale Institutionen, die sie benutzen könnten, wenn sie denn könnten.

New York Times, Seite A24, New York: Die weltweite Finanzkrise ist wenige Kilometer nördlich der Wall Street bereits zu spüren. Die Angst geht ausgerechnet in Harlem um, dem Teil Manhattans, der Welten vom Finanzdistrikt entfernt zu sein scheint. Doch in den vergangenen Jahren haben sich eine Reihe erfolgreicher Banken in dem armen Stadtteil engagiert: Washington Mutual sponsort das Apollo Theater, AIG und Lehman Brothers engagieren sich in der Harlem Children’s Zone und Bear Stearns bezahlt Squash-Stunden. Bezahlte. Wahsington Mutual und Bear Stearns gehören jetzt beide JPMorgan Chase, wo man vermutlich gerade andere Sorgen hat, als sich um das gesellschaftlichen Engagement zu kümmern. AIG wurde verstaatlicht und die Lehman Brothers werden abgewickelt.

New York Times, Seite A31, Op-Ed: Thomas Friedman regt sich auf, dafür wird er bezahlt. Friedman ist einer der profiliertesten Kolumnisten der New York Times, das heißt er ist einer der von Republikanern am meisten gehassten Menschen. Friedman schreibt über eine Aussage Sarah Palins in der Debatte der beiden Kandidaten für das Vizepräsidentenamt. Palin sagte zu Joe Biden: “Sie haben kürzlich gesagt, Steuernzahlen sei patriotisch. Im Amerika der Mittelklasse, in dem ich mein ganzes Leben verbracht habe, wird das nicht als patriotisch angesehen.” Schade, dass kaum ein potentieller Wähler der Republikaner Friedmans Begründung dafür lesen wird, weshalb es wenige Dinge gibt, die patriotischer sind.

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