Wenn es in Amerika etwas zu feiern gibt, dann wird ein Bankett veranstaltet. Bankett ist die Kumulation von Meet and Greet, Socialising, Dinner und Reden. Das einzige, was fehlt, ist der Tanz. Für den ist kein Platz in den genormten Bankettsälen der Kettenhotels.
In den meisten Holiday Inns, Best Western und ähnlichen Etablissements findet sich ein Trakt, in dem der immer gleiche dunkelgrüne Plüschteppich verlegt ist, Messingzierleisten am Rand, Kronleuchter an der Decke und verschiebbare Hängewände in den Räumen. Dort finden die High-School-Reunions und Charity-Dinner statt, die in Deutschland in den immer gleichen Mehrzweckhallen und Gemeindehäusern abgehalten werden.
Im Detail unterscheiden sich die amerikanische Veranstaltungen von den deutschen: Ein förmliches Bankett oder Dinner heißt noch lange nicht zwingend, dass man fein gekleidet erscheinen muss. Wer möchte, kommt im Nadelstreifenanzug - wer es weniger förmlich mag, wird auch in Jeans und T-Shirt eingelassen. Besteht wirklich Anzugzwang, wird in der Einladung auf die Etikette hingewiesen. Das Essen wird üblicherweise als Buffet organisiert, damit kennt sich hier jeder aus. Und beim Essen muss man schnell sein und die Pausen abpassen, die zwischen Anstellen und den unumgänglichen Toasts bleiben. Weil es gleich von Anfang nicht so steif zugeht, fühlt man sich selbst dann nicht unwohl, wenn man kaum einen kennt. Und man kann von der oberflächlichen Höflichkeit der Amerikaner halten, was man will: Bei solchen Veranstaltungen ist es unheimlich hilfreich, dass hier jeder auf einen zugestürzt kommt und einfach ein Gespräch beginnt.
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