Amerikaner, die schon einmal in Deutschland waren - und das sind nicht wenige - sind durchgehend vom deutschen Essen beeindruckt. Nicht von der Vielfalt oder der Raffinesse, wenigstens meistens nicht. Hauptthema ist vielmehr das “Rich Food”: Deutsches Essen, so die Überzeugung der US-Bürger, ist fett, schwer verdaulich und unglaublich ungesund.
Ja sicher. Die USA haben schließlich die Transfettsäuren verboten. Jeder Doughnut-Shop wirbt hier mit dem Spruch “0% Trans Fat!” - was in einigen Bundesstaaten mittlerweile auch gesetzlich vorgeschrieben ist. Der feine Unterschied, dass keine Transfettsäuren nicht gleichzusetzen sind mit keinem Fett, wird nicht so groß auf die Einmalverpackung geschrieben. Umso erstaunter sind die gesundheitsbewegten Fettkringelkonsumenten, wenn sie erfahren, dass es - noch - kein Transfettverbot in deutschen Gaststätten gibt.
Versucht man zu erklären, dass für Amerikaner typisch deutsche Gerichte wie Schweinebraten, Knödel, Bratwurst und Schwarzwälder Kirschtorte nicht die Grundlage einer ausgewogenen deutschen Ernährung bilden, erntet man misstrauische Blicke. Die Skepsis lässt sich an diesem Punkt des Gesprächs nur noch durch einen Hinweis erhöhen: Selbst wenn amerikanische Parlamente Transfettsäuren verbieten, die fiesen Kohlenstoffketten kommen in Naturprodukten wie Milch und Käse vor. Und beim Braten des geliebten Hamburgers lassen sie sich praktisch nicht vermeiden.
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