Man kann ein halbes Dutzend Bücher über amerikanische Politik, George W. Bush und den Irakkrieg gelesen haben. Und dann sieht man W. von Oliver Stone und bekommt Mitleid mit dem Mann, für den sich in den USA gerade kaum noch jemand interessiert.
Stone hat einen Film über eine kaputte Vater-Sohn-Beziehung gedreht, mit einigen Interpretationen, mit Szenen, bei denen nie sicher sein wird, wie es wirklich abgelaufen ist. Der Film gibt der Leinwand Bush, die zur einfachen Projektionsfläche für jegliche Kritik geworden ist, eine menschliche Dimension. Eine Dimension, die schnell vergisst, wer sich engagiert über das streitet, was dieser Präsident in den vergangenen acht Jahren alles verbrochen hat.
Der Irak-Krieg wird dadurch nicht richtiger, das Sendungsbewusstsein des vermeintlich erweckten Bush nicht erträglicher. Es macht den Film aber zu mehr als einer Nacherzählung der Ereignisse. Neben dem Menschlichmachen Bushs sorgt Stone noch für etwas anderes: Er demaskiert die Strategen im Hintergrund, für die einem jegliche Sympathie fehlt; die Cheneys, Roves und Rumsfelds. Einziger Haken nach dem Abspann: Bush regiert immer noch im Weißen Haus.
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