Sarah Palin ist also für 150.000 US-Dollar neu eingekleidet worden. Die New York Times beschreibt ausführlich, inklusive aufgeschlüsselter Rechnungen, wo genau für die Gouverneurin Alaskas eingekauft wurde. Unter anderem bei Neiman Marcus und Saks Fifth Avenue. Im 24-Stunden-Nachrichten-Diskussionsfernsehen reden sich seit 48 Stunden die Experten - Politik, nicht Mode - die Köpfe heiß, welche Auswirkungen das Hochpreis-Shopping für Palins reichlich überstrapaziertes Image als Frau von nebenan haben könnte.
Der New York Times ist noch etwas Anderes aufgefallen: Die Redakteure wollten es genau wissen und haben bei verschiedenen Geschäften, die im Bericht der Republikaner über das Powershopping auftauchen, einfach angerufen und nachgefragt. Besonders interessant ist das Ergebnis in dem New Yorker Laden, der gar keine Damenmode verkauft, sondern ausschließlich Herrenbekleidung. Allerdings keine dunklen Anzüge, die First-Dude-to-be Scott Palin gebrauchen könnte, sondern modische Designerhemden und -anzüge, die bei republikanischen Wahlkampfauftritten vermutlich elitär wirken würden. Der Besitzer kennt die meisten Kunden persönlich, ist sich sicher, nichts an Palin, ihren Mann oder irgendeinen anderen Republikaner verkauft zu haben, und kann auch den von der Partei ausgewiesenen Betrag keiner Abrechnung der vergangenen Monate zuordnen.
Die Times hat sich offenbar sogar die Mühe gemacht, die bei Wahlkampfauftritten getragene Kleidung Sarah Palins zu zählen: Es reiche bei weitem nicht für 150.000 Dollar, meinen die Online-Autoren des Caucus-Politikblogs der Zeitung. John McCain hat auf die Frage, was er von der Einkaufstour seiner Co-Kandidatin hält, geantwortet: “She needed clothes”. Und auf Nachfrage zugegeben, dass er seine Anzüge selber bezahle.
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