Der Chef ist enttäuscht. Um acht Uhr morgens stand er bereits an der Wahlurne, das Wahlerlebnis ist allerdings nicht mehr das gleiche wie noch vor vier Jahren. Bislang dürfte er in Connecticut an einem großen einarmigen Banditen ziehen und mit Hilfe eines ausgeklügelten Mechanismus Boxen markieren für Präsidentschafts-, Senatoren- und Repräsentantenhaus-Kandidaten. Heute gibt es nur einen schwarzen Magic Marker, ein Blatt Papier und eine Wahlurne, die automatisch den Wahlzettel einzieht und gleichzeitig scannt. Langweilig.
Das positive am Wahltag ist: Es gibt kostenlosen Kaffee bei Starbucks, kostenlose Doughnuts bei Krispy Kreme und kostenloses Eis bei der Coldstone Creamery, solange man seinen “I Voted Today“-Sticker trägt. Allerdings verstößt es gegen irgendwelche Antidiskriminierungsgesetze, Menschen danach zu fragen, ob sie gewählt haben - weshalb sich auch nicht wahlberechtigte Ausländer kostenlos durchschnorren können.
Als der Sohn vom Chef nach drei Stunden noch nicht vom Wählen zurück ist, wird klar, dass es auch dieses Jahr wieder Schwierigkeiten mit den Urnen gibt. Weil man den Zettel nicht einfach einwirft, sondern die Maschine ihn aktiv einziehen muss, kann es wie beim Drucker zum Papierstau kommen. Anschließend müssen alle Wahlwilligen eine Weile auf den Techniker warten, der die Maschine reparieren kann. Vielleicht sollten die Vereinigten Staaten es einmal mit dem Schweizer Modell versuchen, viel komplizierter kann das auch nicht sein. Der Chef hat übrigens bereits um acht Uhr keinen “I Voted Today”-Sticker mehr bekommen. Auf Nachfrage erklärte man ihm, die Gemeinde könne sich das auch nicht erklären, man habe so viele Aufkleber wie in jedem Wahljahr geordert. Vermutlich gibt es in Branford kein Fernsehen.
1 response so far ↓
1 Paul // Nov 5, 2008 at 05:21
das mit dem kostenlosen essen klingt echt gut…
und wenn man nen maraton gelaufen ist dann darf man sich ja auch was genemigen
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