Aus der Neuen Welt

New Haven’s Late Edition.

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The Puppy

November 8th, 2008 · 2 Comments · Kurioses, Politik

Barack Obamas Rede am 4. November im Chicagoer Grant Park gilt bereits als historischer Augenblick in der Geschichte Amerikas: Erstmals wurde ein Schwarzer zum Präsidenten gewählt, was die US-Bürger sich bis vor kurzem selbst nicht zugetraut hätten. Inhaltlich allerdings enthielt die Rede nahezu ausschließlich bereits Bekanntes - dass Barack Obama der Wahlsieger sein würde, war zu diesem Zeitpunkt bereits stundenlang klar -, bis auf eine Nachricht: Ein neuer Hund wird ins Weiße Haus einziehen.

Offenbar gab es in der Familie Obama eine Abmachung, dass sich die beiden Töchter im Falle eines Wahlsiegs einen Hundewelpen verdient hätten, was der President-elect der erstaunten Nation in seiner ersten Rede umgehend mitteilte. Von deutschen Medien wird der Nachrichtengehalt dieser Meldung weitgehend unterschätzt, in den USA schafft das Thema es in die großen Nachrichtenanalysen der New York Times. Auch in der ersten Pressekonferenz Obamas, die sich eigentlich mit der Wirtschaft beschäftigen sollte, kam das noch auszusuchende Hundebaby zur Sprache.

In der amerikanischen Blogosphäre ist mittlerweile ein erbitterter Wettstreit unter Hundeenthusiasten ausgebrochen: Wer die zukünftige Präsidentenfamilie von seiner Hunderasse überzeugen kann, der verspricht sich davon nachhaltige Auswirkungen auf das Ansehen des eigenen Hundes. Die Suche wird erschwert durch eine Allergie von Obamas Tochter Malia. Gesucht wird also ein hypoallergenes Tier, das es so nicht geben dürfte. Obama behauptete in der Pressekonferenz, die Hundefrage habe auf seiner Homepage am meisten Aufmerksamkeit unter allen Themen erzeugt. Außerdem verriet er, die Familie würde gerne einen Hund aus dem Tierheim befreien. Die meisten Tierheimhunde seien wohl Mischlinge, mutmaßte Obama, “mutts like me”.

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2 responses so far ↓

  • 1 Gabriel // Nov 9, 2008 at 04:58

    In der Tat erstaunlich, dass Amerika sich getraut hat. Und faszinierend, was die Medien und eine Horde von privaten Internet-Enthusiasten an Unterstützung geleistet haben. Die Frage ist, ob diese Unterstützer ihm im Amt erhalten bleiben, wenn er sich täglich mit großen Herausforderungen beschäftigen muss, statt nur mitreißende Botschaften zu streuen. Und dass er in einer schwierigen Zeit startet, machts nicht besser. Andererseits gibts wohl keine guten Zeiten für Präsidenten dieses Landes. Also was tun? Am besten erst mal um die richtig wichtigen Dinge kümmern, wie etwa die Haustierwahl. Mal sehen, ob das alle Wähler positiv auslegen.

    Noch etwas Sprachliches zum Frühstück: mir gefällt “president elect” oder “président élu”, wie die andere große Nation sagt, wesentlich besser als der “designierte Präsident”. Schließlich ist er bereits gewählt. Designation stand dagegen einst gerade für die Bemühungen, Wahlrecht bei der Thronfolge einzuschränken…

  • 2 Lena // Nov 9, 2008 at 13:47

    Also, ich finde, wie am Telefon schon gesagt, die Welpenfrage sehr wichtig! Stehe auch für Welpenberatung jederzeit zur Verfügung…

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