Da steht man dann, Kriegsdienstverweigerer aus gutem Grund, lädt sein Waffe und entsichert. Es macht Flupp, zwanzig Meter entfernt schlägt die blaue Gelatinekugel ein und zerplatzt. Der Gegenüber hebt seine Waffe über den Kopf, ruft fröhlich “Getroffen!” und macht sich auf den Weg vom Spielfeld. Kurz halten alle inne, sobald er hinter einer Schutzwand in Deckung gegangen ist und sich die Maske vom Gesicht genommen hat, geht es wieder los. Flupp.
Paintball macht Spaß. Man ist draußen, bewegt sich, es ist Sport und Gruppendynamik, Räuber und Gendarm. Und die ganze Zeit über fragt die innere Stimme: Warum machst du das? Warum spielst du ein Spiel, das Krieg imitiert? Und wieso hast du Spaß daran, du vermeintlicher Waffenverächter und Salonpazifist? Sonderlich geschickt bist du auch nicht, nach fünf Sekunden klebt der erste grüne Farbklecks am Jogginanzug, autsch.
Äußerlich scheint es keinem anderen in der Gruppe so zu gehen, Arbeitskollegen allesamt, das hier ist ein Betriebsausflug, Team Building nennt man so etwas in den USA. In Deutschland vermutlich auch. Team Destroying würde es genauer treffen. Mancher steigert sich hinein ins vermeintliche Spiel, erhitzte Wortgefecht gibt es genauso wie blaue Flecken und Fabrkleckse. Und die Frage, warum man Spaß an einem Kriegsspiel hat, bleibt unbeantwortet.
1 response so far ↓
1 Litsche // Dez 6, 2008 at 14:55
Mein Bruder - bist Du’s wirklich???
Leave a Comment