An der Yale University herrscht ungewohnte Unruhe. Mitten in der Nacht verschicken die Yale Daily News, die nie vergessen auf ihren Status als älteste College-Zeitung der Vereinigten Staaten hinzuweisen, eine fehlerhafte Eilmeldung, in der sie behaupten, das Vermögen der Universität sei auf ein Viertel des Werts vor einem halben Jahr gefallen. In Wahrheit sind noch drei Viertel des Geldes da, vermuten die universitätseigenen Investmentbanker, doch wer glaubt denen noch im Amerika der Pleitezeit.
Am 30. Juni noch war die Universität mit 22,9 Milliarden Dollar Vermögen die Nummer zwei hinter der verhassten Harvard University. Heute sind es noch 17 Milliarden Dollar, berichtet Universitätspräsident Richard Levin, im Nebenberuf Wirtschaftsprofessor und, nun ja, oberster Investmentbanker der Universität. In einem öffentlich Brief gesteht Levin jetzt, angekündigte Projekte wie zwei neue Colleges müssten gebremst werden. Auch die School of Management wird auf ihren Neubau noch ein wenig warten müssen. Bis vor einigen Wochen war das undenkbar.
Auf die bange Frage der Yale Daily News, was aus Yale nur werden soll angesichts der Verluste, antwortete Levin: “This is not the end of the world.” Er will auch das ehrgezige Ziel der aktuellen Spendenkampagne für die Universität Yale Tomorrow nicht aufgeben. 3,5 Milliarden Dollar sollen eingesammelt werden, unter anderem um die Neubauten zu finanzieren. Der Zähler steht bereits bei unglaublichen 2,43 Milliarden Dollar.
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